Was war noch mal der Grundgedanke des Asyls?

Als 1956 und 1957 eine grosse Anzahl von Ungarn in die Schweiz flüchteten, wurden sie begeistert empfangen. Sie erhielten automatisch einen Aufenthaltsstatus ohne Asylverfahren. Die spätere FDP-Bundesrätin Elisabeth Kopp unterbrach ihr Jus-Studium für zwei Jahre, um Flüchtende aus Ungarn zu betreuen.

Was hat sich seither geändert? Warum wird die Ankunft der Eritreer nicht als ein Sieg der Marktwirtschaft, des Rechtsstaats und der Grundrechte gefeiert wie damals bei den Ungarn? Warum unterbrechen die Züriberg-Kids von heute nicht ihr Jus-Studium, um Eritreer zu betreuen? Warum hält die neue Chefin der FDP stattdessen deren Rückführung für zumutbar?
Der Unterschied liegt nicht so sehr zwischen Ungarn 1957 und Eritrea 2016. Es ist an unserem Ende, wo sich seither etwas geändert hat. Wir haben den freiheitlichen Grundgedanken des Asyls verlernt. Flüchtende zu schützen, einst ein Beitrag für eine freiere Welt, ist uns zur lästigen Pflicht geworden. Menschen, die nach einem freieren Leben streben, wurden zu Asylmissbrauchern.
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